Psychologie des Rechtsextremismus
Rechtsextremismus ist ein Thema für Politik und Sozialforschung, nachgerade kann aber auch die Psychologie dazu beitragen, Motive und Mechanismen zu entschlüsseln, die hinter rechtsextremistischem Gedankengut, Intentionen oder Aktivitäten stehen.
In der Leipziger Autoritarismusstudie haben Elmar Brähler (u.a. Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie in Leipzig) sowie eine Reihe fachverwandter WissenschaftlerInnen seit 2002 unter folgender Arbeitsdefinition geforscht:
„Der Rechtsextremismus ist ein Einstellungsmuster, dessen verbindendes Kennzeichen Ungleichwertigkeitsvorstellungen darstellen. Diese äußern sich im politischen Bereich in der Affinität zu diktatorischen Regierungsformen, chauvinistischen Einstellungen und einer Verharmlosung bzw. Rechtfertigung des Nationalsozialismus. Im sozialen Bereich sind sie gekennzeichnet durch antisemitische, fremdenfeindliche und sozialdarwinistische Einstellungen.“
Im psychologischen Diskurs zum Rechtsextremismus haben sich in den vergangenen Jahren Forschungsschwerpunkte herausgebildet, die sich mit dem
Missbrauch unserer Ängste, Neid und Eifersucht, Opferbildern, Funktion von „alternativen Wahrheiten“, unerträglichen Respektlosigkeiten und der Verspottung körperlicher Mängel, selbsternannten Heilern und Helden (z.B. in Zeiten von Corona) sowie gefährlichen Identitätsbegriffen und der ständigen Produktion und Repetition von Feindbildern auseinandersetzen.
Bernhard Möbus (Facharzt)
Seminar: 3 UE, Präsenzveranstaltung, TP/AP, alle

