Androgynität als mehrdimensionale Struktur von Persönlichkeit
Während gegenwärtige Debatten Geschlecht häufig auf Fragen von Identität, Körperlichkeit und sozialer Zuschreibung konzentrieren, eröffnet das Konzept der Androgynität eine anthropologische Perspektive. Im Sinne eines mehrdimensionalen Menschenbildes bezeichnet Androgynität nicht lediglich eine geschlechtliche Mischform, sondern eine integrative Struktur der Persönlichkeit, die Lebensstil, Beziehungsgestaltung, Körperlichkeit und psychische Dynamik umfasst. Das Seminar führt mittels des Androgynen-Dimensions-Tests (ADA nach Günter Ammon) in die Dimensionen der Androgynität ein und zeigt, wie durch ihre Verschränkung eine binäre Gegenüberstellung von männlich und weiblich dialektisch aufgehoben wird. Männliche und weibliche Anteile werden darin als relationale Pole innerhalb einer individuellen Ganzheit verstanden. Androgynität ist damit ein Prinzip von Integration und Entwicklung, das Geschlechtlichkeit in den Zusammenhang von Persönlichkeit, Gruppe und gesellschaftlicher Struktur stellt.
Dipl.-Psych. Michael Flor
Seminar: 3 UE, Präsenz und Zoom für LFI München und PiA in PT außerhalb Berlin, TP/AP, alle

