Trennungsfamilien und -dynamiken
In den vergangenen Jahren konnten wir beobachten, wie sich gesellschaftliches Bewusstsein über familiäre und partnerschaftliche Trennung und Scheidung in verschiedene Richtungen verändert, ebenso wie deren politische, juristische und psychologische Rahmenbedingungen (Sorgerecht, Mediation, Familien- u. Erziehungsberatung, Verfahrensbegleitung etc.). Wir wollen hier nun anschauen, wie sich Trennungen kurz-, mittel- und langfristig auf die psychische Entwicklung der beteiligten Erwachsenen, insbesondere aber der Kinder auswirken. Was sind die Bedingungen, unter denen sich Hoffnungen abzeichnen und Traumatisierungen für ein späteres Leben vermieden, zumindest aber überschaubar gehalten werden können? Hier geht es also um das Erleben von Trennung und die Wege psychodynamischer Verarbeitung derartiger Erlebnisse aus Sicht von Kindern und Eltern. Dabei werden wir uns u.a. mit den Schwierigkeiten vieler Eltern auseinanderzusetzen haben, sich in die Erlebniswelt ihrer Kinder einzufühlen, mitunter auch einer eklatanten Neigung, sich eigener Handlungsmotive und Gefühle überhaupt nicht bewusst zu werden bzw. einen entsprechenden Diskurs strategisch (z.B. juristisch) und in der Folge mitunter sehr destruktiv zu hintertreiben. Es kommt dann zu elterlichen Verhaltensweisen, die wenig oder nichts mit Bedürfnissen und Entwicklungsinteressen ihrer Kinder zu tun haben. Scheidung und Trennung können jedoch für betroffene Eltern auch eine Chance sein, sich im Seelenleben der Kinder, aber auch im eigenen und dem des/r geschiedenen Partners/in ein wenig besser zurechtzufinden.
Bernhard Möbus (Facharzt)
Seminar: 3 UE, Präsenzveranstaltung, TP/AP, alle

