Psychotherapeutische Begleitung bei Trauer nach Schwangerschaftsabbrüchen und Fehlgeburten
Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch können sehr unterschiedliche psychische Bedeutungen annehmen. Neben dem Ereignis selbst prägen insbesondere Kinderwunsch, Beziehungskontext, biografische Erfahrungen und unbewusste Konflikte die Verarbeitung.
Differenziert betrachtet werden Fehlgeburten, der Abbruch einer gewünschten sowie einer ungewollten Schwangerschaft. Im Zentrum stehen Trauer, Schuld, Ambivalenz und Autonomie, aber auch Bindungs- und Objektbeziehungsdynamiken, narzisstische Verletzungen, Körpererleben sowie die Reaktivierung früherer Verlust- und Beziehungserfahrungen. Auch mögliche Auswirkungen auf Partnerschaft, Sexualität und spätere Schwangerschaften werden berücksichtigt.
Ausgehend unter anderem von Dinora Pines wird Schwangerschaft als psychische Entwicklungsphase verstanden, in der sich Identität, Körpererleben, Sexualität, Generativität und Vorstellungen von Mutterschaft neu organisieren können. Ein Verlust kann daher nicht nur ein reales oder imaginiertes Kind betreffen, sondern auch Zukunftsvorstellungen und Identitätsanteile.
Exploriert werden klassische psychoanalytische, aktuelle psychodynamische und mentalisierungsbasierte Konzepte sowie neuere empirische Befunde. Auch werden die therapeutische Haltung, Übertragung und Gegenübertragung sowie der Umgang mit widersprüchlichen Affekten diskutiert.
M. Sc. Bathilde Meillerais Teschke
Seminar: 3 UE, Präsenzveranstaltung, TP/AP, alle

