Rechtsextremismus in Zeiten von Klimawandel und Kriegen
Als der letzte Parteitag der AFD in einem Leitantrag den weiteren Ausbau der Windenergie ablehnte, war das nur ein Beispiel für die weltweite Ablehnung von Klimaschutz durch den erstarkenden Rechtsextremismus. Gefährlicher noch ist sicherlich die massive Begünstigung fossiler Energien durch z.B. die Trump-Administration. In Europa sind die AfD und die FPÖ die extremsten Leugnerinnen des Klimawandels, aber auch die anderen rechtspopulistischen Parteien in den EU-Staaten lehnen Klimaschutz überwiegend ab. Die Erfolge des Rechtsextremismus allerdings alleine auf finanziell gut geölte Konzerninteressen zurückzuführen, erklärt jedoch nicht die Unterstützung aus der Bevölkerung. Man könnte auch fragen, warum z.B. weltweit gerade die rechtsextremen Bewegungen sich so sehr mit der fossilen Lobby verbünden? Und: was sind gemeinsame Merkmale dieser rechtsextremen Formationen, die bei allen Unterschiedlichkeiten alle Gegner einer effektiven Klimapolitik sind? Womit können die Rechtsextremen die Menschen gewinnen? Die Rechten greifen das ganze Ausmaß des Unbehagens und der negativen Gefühle auf und verwandeln sie in positiv erscheinende Orientierung, ohne die Menschen mit komplexeren realen Problemen zu belasten. Nicht Sachpolitik, sondern Gefühlspolitik steht im Vordergrund. Rechtsextremismus ist vor allem eine affektive Struktur, eine Gefühlswelt.
Bernhard Möbus (Facharzt)
Seminar: 3 UE, Präsenzveranstaltung, TP/AP, alle

